Flasche

Neugeborene Kinder, die von Beginn an oder schon nach wenigen Tagen mit der Flasche ernährt werden, haben manchmal Schwierigkeiten in der Aufnahme der Flaschennahrung.

Manchmal gibt es hier Situationen, in denen das Baby die Flasche schlecht oder gar nicht annehmen will. Die Babys überstrecken sich während Saugvorgangs, sind ständig unruhig oder sie trinken sehr hektisch, so dass sie anschließend einen Großteil der Flaschennahrung wieder erbrechen. Diese ausgeprägten Unruhe- und Stressäußerungen lösen häufig eigene Ängste, Verunsicherungen und Enttäuschungen der Mütter aus. Obwohl diese äußerlich gefasst erscheinen, reagiert das Baby bereits sehr feinfühlig auf  Gefühle und Stimmungen der Mütter - besonders jene, die nicht von den Eltern wahrgenommen werden. Im Rahmen der Emotionellen Ersten Hilfe versuchen wir diese anhaltenden Phasen der inneren Verunsicherung gezielt zu unterbrechen. In langsamen Schritten werden die Eltern geschult, die körperlichen Zeichen ihrer Ängste und Enttäuschungen in der Interaktion mit dem Baby genau zu erspüren und erkunden. Durch diese Sensibilisierung lernen die Eltern, anhand von Körpersignalen, den Verlust der Nähe und Abstimmung zum Kind frühzeitig zu erkennen und aufzulösen. Gerade jene Mütter, die noch ambivalent sind, ob sie überhaupt längerfristig stillen wollen, gewinnen durch die wieder gewonnene innere Sicherheit und verbesserte Selbstwahrnehmung häufig einen ganz neuen Zugang zu ihren eigenen Stillbedürfnissen. Immer wieder beobachten wir in der Praxis der EEH, dass viele Mütter auf der Basis einer erweiterten Einfühlungsfähigkeit plötzlich „vernünftige“ und empfohlene Entscheidungen gegen das Stillen nochmal neu überdenken. Durch den Aufbau der körperlichen Selbstanbindung können sie plötzlich ihrer Sehnsucht nach körperlicher Nähe mit ihrem Kind nachgeben und wagen einen neuen Versuch in der Aufnahme der Stillbeziehung.

Immer wieder gibt es auch Situationen in denen das Stillen nicht klappt, weil ungünstige Startbedingungen für die Eltern und das Kind geherrscht haben, wie zum Beispiel Frühgeburtlichkeit des Kindes, Krankheit von Mutter oder Kind, eine schwere Geburt, fehlende Informationen oder Unterstützung beim Stillen von Seiten des medizinischen Personals (meist aus Zeitmangel). Auch mangelnder Rückhalt und Unterstützung aus der Familie oder dem Freundeskreis sind verständliche Abstillgründe. Oft kämpfen Mütter mit großer Bemühung und Ausdauer mehrere Wochen oder gar Monate um die Stillbeziehung zu ihrem Baby und geben am Schluss entnervt und erschöpft auf. Dies kann sehr enttäuschend sein. Mit Hilfe der EEH ist es möglich über den Verlust der Stillbeziehung zu trauern und dabei eine innige Verbundenheit und Nähe zum Baby wieder zu erlangen und zu etablieren.