Exzessives Schreien

Emotionale Krisen im Wochenbett nehmen häufig einen dramatischen Verlauf. In vielen Fällen stehen sie in enger Verbindung mit der gesteigerten Unruhe und Schreiaktivität des neugeborenen Kindes. Die Säuglinge schreien hier übermäßig viel und lassen sich von den Pflegeangeboten (wie Tragen, Stillen etc.) der Eltern kaum oder gar nicht mehr beruhigen. Die Eltern verstehen die Signale der Babys nicht und geraten in einen Zustand großer Hilflosigkeit, Ohnmacht und zunehmender Körperanspannung. Durch diese allgemeine Stressreaktion verlieren die betroffenen Eltern nicht nur den „Draht“ zum eigenen Körpererleben, sondern gleichfalls den intuitiven Zugang zu den Bedürfnissen und Gefühlen des Säuglings. Obwohl diese Unruhephasen des Säuglings häufig nicht von langer Dauer sind, und in der überwiegenden Zahl der Fälle von alleine wieder verschwinden, sind diese Zeiten für die jungen Eltern doch eine enorme Herausforderung. Oft sind bereits ein oder zwei gezielte Beratungen ausreichend (vorausgesetzt, es liegen keine psychischen Erkrankungen vor), um bei verunsicherten Eltern eine Stabilisierung und eine Auflösung dieser frühen Krisendynamiken zu erreichen.

Dabei gehen wir in der EEH von einer untrennbaren Verwobenheit von auftretenden Körperverspannungen und Verlust der elterlichen Bindungsbereitschaft aus. Deshalb arbeiten wir in der EEH mit einfachen körperorientierten Methoden, wie mit dem Atem oder der haltgebenden Berührung, um die Entspannungs- und Bindungs-fähigkeit der Eltern zu stärken. Statt der Suche nach Lösungen beim Kind, finden die Eltern somit in ihrem eigenen Körper Halt und Sicherheit, die sie dann an das Baby weiter vermitteln können.